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Die kleine Fibel der Gleitmittel
Frauen besitzen durch ihr Vaginalsekret ja ein natürliches Gleitmittel
für den sexuellen Akt. Doch was, wenn bei IHM der Erfolg beim
weiblichen Geschlecht ausbleibt? Ein frisch gewaschenes Hemd trocken zu
rubbeln ist eine Sache, eine andere… der Vorstellungskraft wird an
dieser Stelle freien Lauf gelassen. Zum Glück haben sich
Ersatzflüssigkeiten nicht erst seit der Einführung von Tamponwerbungen
als nützliches Equipment im Einsatz gegen Brand- und Schürfwunden bei
nicht ausgelasteter Libido erwiesen. Und da ist die gute alte Vaseline
nur die Spitze des Eisbergs.
Gleitmittel sind für die verschiedensten Einsatzbereiche konzipiert.
Nicht nur lösen sie Probleme bei den harten und rauen Oberflächen der
herkömmlichen Sextoys, auch beim Vaginalverkehr – wenn es denn mal
nicht so richtig klappen will – oder auch ganz besonders beim
Analverkehr sind sie ein unumgängliches Mittel, um Schmerzen oder
zumindest Unannehmlichkeiten vorzubeugen.
Gleitmittel für den erotischen Nutzen basieren kaum noch auf Fettbasis.
Das bedeutet zum einen, dass einer elenden Sauerei vorgebeugt werden
kann. Zum anderen bringt diese Tatsache aber auch gerade hierzulande
Probleme mit sich. Ob man es glaubt oder nicht, nicht jedes Gleitmittel
bekommt ein Prüfsiegel und ist demzufolge in Deutschland zugelassen.
Gerade für den Gebrauch mit Kondome bedarf es ein CE-Siegel, das es nur unter folgenden Voraussetzungen gibt:Es liegt der Verpackung eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache bei.
- Der Hinweis kondomfreundlich oder kondomgeeignet muss deutlich sichtbar und ebenfalls in deutscher Sprache angebracht sein.
Warum das ganze? Dieses CE-Siegel bestätigt dem Produkt, dass es sich
um ein zugelassenes, medizinisches Präparat handelt. Verrückt, aber
wahr.
Die meisten der geläufigen Gleitmittel bestehen also wie bereits
erwähnt nicht auf Fett, sondern auf Öl- oder Wasserbasis. Der Vorteil
liegt bei beiden Varianten auf der Hand: Bei Gebrauch mit
Sexspielzeugen wie Taschenvaginas oder Dildos, die durch ihre Materialbeschaffenheit eine eher raue und
bei Gebrauch unangenehme Oberfläche aufweisen, ergibt sich ein deutlich
annehmbareres Gefühl. Oder mit dem Namen des wohl am meist verbreiteten
Produkt zu sagen, ein „flutschiges“ Gefühl. Doch worin bestehen die
Unterschiede zwischen den beiden? Nachfolgend eine kleine Checkliste
für den täglichen Gebrauch.
Checkliste für den täglichen Gebrauch:
- Massageöle sind am besten für den Einsatz direkt auf der Haut
geeignet. Die für den erotischen Bereich gedachten sind sogar meist
noch mit lustfördernden Aromastoffen versetzt. Doch da sind auch schon
ihre Grenzen erreicht. Zum Gebrauch auf Sextoys sind sie völlig
ungeeignet. Bei Berührung mit Ölen löst sich die Oberflächenstruktur
des Materials auf und es kann zu Blasenbildung oder porösen Aufbrüchen
kommen.
- Eine Alternative dazu bilden Silikon-Öle oder Fluide. Sie werden
aus natürlichen Rohstoffen wie Sand und Kohle gewonnen und eignen sich
schon eher für den Einsatz mit Dildos oder Ähnlichem. Noch besser
eignen sie sich für den Einsatz am Körper außerhalb des Schambereichs,
sollten aber auf keinen Fall mit Kondomen in Berührung kommen, da die
sich dadurch schnell in Wohlgefallen auflösen und einen tiefen Schnitt
in die Familienplanung pflügen.
- Gleitgel wird hauptsächlich auf Wasserbasis hergestellt. Der
hervorstechendste Vorteil dabei liegt in der breiten Einsatzpalette.
Durch ihre dichte Konsistenz besitzen sie eine hervorragende
Gleitfähigkeit besonders auf und/oder in Sexspielzeugen und können
durch ihre Wasserlöslichkeit gut und schnell abgewaschen werden. Ein
Nachteil besteht allerdings auch hier. Durch ganz natürliche
Kondensation gerade zu Hause im geschlossenen Raum verdunstet ein
großer Teil der Wasserbasis recht schnell und so verliert sich ein Teil
der Gleitfähigkeit.
Zum Schluss noch ein gut gemeinter Ratschlag: Wofür auch immer sie sich
entscheiden, achten sie stets darauf, den Flaschenverschluss fest zu
schließen. Das Debakel, das sich beim nächsten Hervorholen darstellt,
kommt gut und gerne einem leck geschlagenen Öltanker gleich. Der
Verfasser dieses Artikels spricht dabei aus eigener, schmerzhafter
Erfahrung….
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